15.05.2013

Was taugt der Pflege-Bahr?

Nun hat sich schon der dritte Politiker in der Versicherungslandschaft einen Namen gemacht. Nach Riester- und Rürup-Rente kommt nun der Pflege-Bahr.

 Zur Förderung der privaten Pflegevorsorge zahlt der Staat in Zukunft jedem Bürger 5 € im Monat zu seiner privaten Pflegetagegeld-Versicherung dazu.

 Voraussetzung für die Zulage ist, dass der Versicherte selbst mindestens 10 € einzahlt. Der Mindestbeitrag ist also 15 €. Das ist nicht viel, dafür bekommt man aber auch nicht viel. Der beste Tarif zahlt dafür 140 €/Monat in Pflegestufe 0 und I, 290 € in Pflegestufe II und 590 € in Stufe III (Alter bei Versicherungsabschluss 45 Jahre). Das reicht niemals, um das Loch zu stopfen, das ein Pflegefall in die Haushaltskasse reißt. Es muss also noch zusätzlich vorgesorgt werden.

Darüber hinaus gibt es auch in der Tarifgestaltung noch Besonderheiten. Die Versicherer dürfen niemanden aus Gesundheitsgründen ablehnen. Daher müssen in diese Tarife größere Risiken einkalkuliert werden, was sie natürlich teurer macht. Eine Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit ist ebenfalls nicht vorgesehen. Diese Merkmale können den Zuschuss von 5 € schnell aufzehren. Eine höhere Wartezeit als bei normalen Verträgen kommt erschwerend hinzu (5 statt 3 Jahre).

Der Pflege-Bahr eignet sich somit in erster Linie für Menschen, die keine „normale“ Pflegetagegeld-Versicherung bekommen, weil sie bereits krank sind. Aber auch hier muss man sich genau überlegen, ob man nicht besser das Geld auf die hohe Kante legt.

Für gesunde Menschen empfiehlt es sich, eine ungeförderte Versicherung zu nehmen, die eine Beitragsbefreiung bei Pflegebedürftigkeit enthält und auch bei Demenz leistet. Private Pflegevorsorge ist sehr wichtig, damit nicht am Ende noch die Kinder zur Kasse gebeten werden. Wenn möglich, sollte man das aber ohne Herrn Bahr tun.


11.04.13 - Persönlicher Finanzbrief April 2013

Lesen Sie über die Märkte, die Rente, Bevölkerungsentwicklung und gefährliche Tiere im...